Markendetektiv: Hinter Billigbieren verbergen sich große Brauereien

Billigbiere kommen aus namhaften Markenbrauereien. Das haben Recherchen des MDR-Magazins Umschau ergeben. So stellt das überregional bekannte Freiberger Brauhaus neben seiner Premiummarke „Freiberger“ auch das preiswertere Pils „Meisterbräu“ für den Lebensmittelhändler Netto Marken-Discount her. Aus dem Hause Warsteiner kommt neben der gleichnamigen Stammmarke auch das Billigbier „Paderborner“, das vor allem in Tankstellen verkauft wird. Nach Auskunft des Deutschen Brauerbundes ist die Produktion von Billigbieren in der Branche ein üblicher Weg, um freigewordene Kapazitäten auszulasten. Der Absatz bei den Markenbieren war in den vergangenen Jahren rückläufig.

Die Brauereien weisen jedoch darauf hin, dass sich die Billigbiere von den Markenprodukten in der Rezeptur und Brauverfahren unterschieden. So lassen nach eigenen Angaben die Freiberger Brauer das „Meisterbräu“ bei einer höheren Gärtemperatur schneller reifen als das „Freiberger“. Das spart Zeit und Kosten. Dieser Vorteil werde bei der Preiskalkulation an den Kunden weitergegeben, erklärte eine Sprecherin. So kostet der halbe Liter „Meisterbräu“ mit 0,30 Euro ungefähr nur halb so viel wie das „Freiberger“ (zirka 0,55 Euro).

Viele Brauereien fürchten um ihr Image, wenn bekannt wird, dass sie Billigbier abfüllen. Deshalb wollen sie auf den Etiketten nicht genannt werden, erklärt ein Sprecher der Firma Netto Marken-Discount. So ist es auch bei der Mauritius Brauerei in Zwickau. Recherchen des MDR-Magazins haben ergeben, dass der sächsische Betrieb für Netto das „Sachsengold“ und für Lidl das „Bergadler Premium Pils“ herstellt. Das Penny-Bier „Adelskronen Premium Pils“ kommt für die Märkte in den Neuen Bundesländern aus der Darguner Brauerei GmbH in Mecklenburg-Vorpommern. Aldi lässt nach Auskunft des Deutschen Brauerbundes sein „Maternus Premium Pils“ für Mitteldeutschland in der Frankfurter Brauhaus GmbH in Frankfurt an der Oder brauen. Der Betrieb ist einer der größten deutschen Auftragsbrauereien und produziert für fast alle Discounter die Eigenmarken. So füllt er auch das „Grafenwalder“ für Lidl und die „Kaiserkrone“ für Norma ab. Nach Informationen des Brauerbundes kommt auch das „Schlosspils“ für Netto aus der Oderstadt. Der Eigentümer der Frankfurter Brauerei ist kein Getränkekonzern, sondern die TCB Beteiligungsgesellschaft mbH (Berlin).

Quelle: MDR-Magazin Umschau