Vormann Brauerei

Eduard Vormann verbrachte seine Lehrzeit bei der Brauerei Ostermann in Schwerte. Danach diente er erstmal fünf Jahre als Freiwilliger bei den Garde-Ulanen in Potsdam und pachtete zum 1. Oktober 1877 die Friedrich Funkesche Brauerei mit Gaststätte für 5 Jahre. So geriet damals ein Untergäriger Brauer in einen Obergärigen Betrieb, dessen Bierkeller keine Eiskühlung hatte. Die fehlende Lagerkellerkühlung führte dann 1879 zum Bau eines Lagerkellers mit Natureiskühlung, der heute, Keller unter dem Hause Hoffnungstalerstr. 1-3, noch gut erkennbar ist.

Im Mai 1878 heiratete Eduard Vormann Anna Millhoff. Sie lebte im Elternhause, der Dahlerstr. 61., wo sich noch heute der Brauereiausschank befindet. 1888 konnte Eduard Vormann das Brauerei-Grundstück erwerben, auf dem 1890 der Gär- und Lagerkeller mit darüber liegendem Eiskeller und darüber das Haus Eiskeller 9 errichtet wurde. Nacheinander entstanden ab 1896/97 hier das Sudhaus, dahinter das Maschinenhaus mit Dampfmaschine, Kühlmaschine und der Solebehälter zur Stangeneisherstellung. Vom Hof aus gesehen rechts neben dem Sudhaus schloss im Dachgeschoß das Kühlschiff, im Erdgeschoß die Schwankhalle mit der Faßfüllung daran an. Links vom Sudhaus war der Kohlenvorrat für den Dampfkessel untergebracht. Dessen leichtes Fachwerkgebäude bildet heute noch den östlichen Abschluss der Brauerei. Hier ist heute der Solekasten für die Würzekühlung und dahinter der Ölbunker.

Aus dem 1. Weltkrieg kamen alle Söhne zurück. Adolf ging nach Chemnitz, Edi und Ernst kamen nach Hause. Zu Hause waren nun Großvater Eduard, seine Töchter Adele und Emmy und die Söhne Edi und Ernst. Man wohnte noch in der heutigen Dahler Str. 61, wollte aber nicht die Wirtschaft weiter führen. So kam 1919 der Umzug in die heutige Dahler Str. 57. In die Wirtschaft jedoch ging die älteste Tochter Paula von Holtzbrinck mit Mann und ihren Kindern. Bis 1932 sind von Holtzbrincks in der Wirtschaft geblieben, wurden abgelöst von Familie Rittinghaus.

1938 war ein sehr kritisches Jahr, weil notwendige Investitionen nicht aufgeschoben werden konnten: Mit dem neuen Sudhaus wurde von Dampfkochung auf Feuerkochung umgestellt. Damit einher wurden Dampfkessel, Dampfmaschine und eigene Stromerzeugung (110 Volt) aufgegeben. zusätzlich kam die Nachricht, dass die Familie Bockmeyer in Hagen die Altenhagenerstraße 15 verkaufen wird. Diese Eisenbahnergaststätte jedoch war die beste Absatzstätte der Brauerei.

Mit dem 2. Kriege kam natürlich ein neuer Einbruch, der zunächst durch Edi Vormann`s „Kriegsuntauglichkeit“ nicht direkt Schaden brachte. Dass an einen Ausbau der Geschäftsverbindungen nicht zu denken war, ergab sich allein durch den Mangel an Arbeitskräften.Unbedingt darf hier nicht vergessen werden, dass Edi 1943 die Eiserzeugung in der Brauerei verlegt und erneuerte.

1952/53 war Haus Dahl an die Spadaka gekommen, wir konnten deshalb die Gasse verlegen. Zu dieser Zeit wurde das Leitungswassernetz der Wassergesellschaft des Dorfes Dahl mbH an die AFU verkauft. Unter diesen Verhältnissen bauten wir den Gärkeller, bekamen die zwei Bottiche vom Schwelmer Eisenwerk. Der Erdaushub wurde zum Damm der heutigen Gasse. Edi starb am 7.2.1956. Bis zu seinem Tode galt sein Schaffen immer der Pflege und Instandhaltung der Brauerei.

Ende der 70er Jahre begann der Junior Christian Vormann seine Lehrzeit als Brauer und Mälzer, die 1982 abgeschlossen wurde. So führt er die Tradition seiner Vorfahren weiter. Es folgten einige Jahre der Wanderschaft, 1984 in der Versuchsanstallt für Bierbrauerei, 1985 in der Klosterbrauerei Raitenhaslach Burghausen, 1986 bei Pinkus Müller in Münster und in der Pott-Feldmann Brauerei in Oelde. 1987 in der
Zötler Brauerei Rettenberg und das Ende dieser Wanderschaft wurde 1989 mit der Ablegung des Meistertitels in München gekrönt.

Somit ist seit 1989 die vierte Generation unserer Brauer - Familie in Dahl. Wir hoffen, das auch die nachfolgenden Generationen die Liebe zu unserem Familienbetrieb erhalten und diese weitergeben.

Anschrift

  • Vormann Brauerei

  • Braugasse 5

  • 58091 Hagen-Dahl

  • Deutschland

Kontakt

  • 02337 - 445
  • 02337 - 798
  • vormann-brauerei.de

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