Karlsberg Brauerei GmbH

Das unweit Homburgs gelegene Schloss Karlsberg (1777-1793) wurde von dem Wittelsbacher Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken zu einer ausgedehnten und prächtigen Landresidenz ausgebaut. Auf die noble Tradition der Braustätte von Schloss Karlsberg beruft sich der Homburger Kaufmann Christian Weber (1840-1939), als er 1878 die "Bayerische Bierbrauerei zum Karlsberg" gründet. Weber erwirbt die Brauanlagen, Brunnen und Immobilien aus einer Versteigerung. Das weiche Homburger Quellwasser eignet sich hervorragend zum Bierbrauen.

Christian Weber, angesehener Kolonialwarengroßhändler in Homburg, wird von Homburger Bürgern zur Übernahme der bankrotten Brauerei Jacoby gedrängt.In dieser Zeit gibt es neben der größten Brauerei am Ort nur einige Gasthausbrauereien. Christian Weber nutzt die Chance, innerhalb weniger Jahre eine für ihre Qualität bekannte, florierende Brauerei aufzubauen.

Die Bayerische Bierbrauerei zum Karlsberg wächst derart rasch, dass 1884 der Umzug an den heutigen Standort am Stadtrand Homburgs notwendig wird. Ein neues Brauhaus sowie weitere Neu- und Umbauten modernisieren und erweitern die Bierherstellung und sichern ein hohes Qualitätsniveau. 1897 wird die Bayerische Bierbrauerei zum Karlsberg in eine Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 1,1 Millionen Mark umgewandelt. Hauptaktionär Christian Weber hält mehr als 98% des Aktienvolumens.

Nach Immobilienerwerben und umfassenden Investitionen in die Produktion, darunter der Neubau eines Sudhochhauses in der Karlsberg-Straße (1929/30) erzielt die Karlsberg Brauerei einen stetig steigenden Bierausstoß. 1937 wird die Aktiengesellschaft in eine Kommanditgesellschaft mit persönlich haftendem Gesellschafter umgewandelt. Der zweite Weltkrieg endet mit dem Verlust zahlreicher Mitarbeiter und der vollständigen Zerstörung der Brauerei.

Die Karlsberg Brauerei erholt sich rasch von den Kriegsschäden: Das Saarland wird wirtschaftlich an Frankreich angeschlossen, und die Brauerei erschließt sich nach dem Erwerb des bekannten Markennamens "Walsheim" zügig neue Vertriebswege nach Frankreich.

Als einzige Brauerei des deutsch-französischen Vertriebsgebiets füllt Karlsberg sein Bier von 1953 an in Getränkedosen (0,35l) ab. Die gesamte Ausstoßmenge klettert sprunghaft von rund 70.000 hl (1949) auf knapp 250.000 hl (1954) nach oben. Nach Namensstreitigkeiten und außergerichtlichem Vergleich mit der dänischen Carlsberg Brauerei 1956 verpflichtet sich Karlsberg, für das Exportgeschäft von Bier den Namen Karlsbräu zu verwenden

Bei der zweiten Volksabstimmung 1955 entscheiden sich die Saarländer für den Anschluss an die Bundesrepublik. Schützende Vorbereitungen für den "Tag X", den wirtschaftlichen Anschluss an die Bundesrepublik (6.7.1959), treffen die Saarbrauereien gemeinsam: Um dem erwarteten Ansturm deutscher Brauereien auf den saarländischen Markt zu begegnen, produzieren sie ein 1-Liter-Gebinde, den "Literbomber". Seit 1962 führt Dr. Paul Weber als geschäftsführender Gesellschafter alleinverantwortlich die Brauerei.

Der seit 1983 geschäftsführende Gesellschafter Dr. Richard Weber leitet von 1974 an die Exportabteilung und stärkt in umfassender Form das Exportgeschäft der Brauerei. 1979 und 1981 werden jeweils eigene Vertriebsorganisationen in Frankreich (Karlsbräu France S.à.r.l) und in Italien (Karlsbräu Italia S.r.l.) etabliert.

Braustätten und Biermarken wie "Schloss", "Löwen" und "Becker" in Deutschland sowie die Brasserie de Saverne und die Amos-Brauerei in Frankreich kommen in den achtziger Jahren zur Karlsberg Brauerei, die inzwischen zu einer Unternehmensgruppe herangewachsen ist.

Mit der Königsbacher Brauerei erwirbt Karlsberg 1992 die große regionale Pilsmarke "Königsbacher Pils", die entlang des Mittelrheins beheimatet ist. Eine mehr als 300-jährige Brautradition verknüpft die Königsbacher Brauerei seither mit einer zeitgemäßen Innovationsstrategie.

Eine neue Organisationsstruktur erhöht nach 1996 die Flexibilität und Entscheidungsfreudigkeit der Karlsberg Brauerei. Nach dem Motto "Wachstum durch Zellteilung" wird die Karlsberg Brauerei KG Weber mit Dr. Richard Weber und den Unternehmensleitern Dr. Peter Rusitzka und Heinz Seibert zum Dach für die Tochterunternehmen des stark gewachsenen Unternehmensverbunds.

Bevorzugt werden Produkte, die gut schmecken und das Wohlbefinden erhöhen. Durch den Erwerb eines Aktienpakets der Mineralbrunnen Überkingen Teinach AG (MINAG) nimmt Karlsberg ab 2001 national führende Mineral- und Heilwassermarken wie "Staatl. Fachingen", "Hirschquelle", "Teinacher" sowie die Erfrischungsgetränkemarken "Afri-Cola" und "Bluna" ins Portfolio. Die Brauerei erweitert damit das zuwachsstarke Mineralwassersegment um strategisch wichtige Marken.

Anschrift

  • Karlsberg Brauerei

  • GmbH

  • Karlsbergstraße 62

  • 66424 Homburg/Saarpfalz

  • Deutschland

Kontakt

  • 06841 - 1050
  • 06841 - 105269
  • www.karlsberg.de

Karte